Anwendung ätherischer Öle | Praxis der Aromatherapie

Es gibt verschiedene Anwendungsarten vom ätherischen Ölen. Sie können über die Nase und den Geruchssinn, über die Haut und Schleimhaut sowie über die Nahrung aufgenommen werden.

Die naheliegendste Anwendung der Aromatherapie ist das Einatmen der Düfte durch die Nase. Die Duftmoleküle gelangen über die Nase an die Riechschleimhaut, von dort werden Nervenimpulse über die Nervenbahnen und den Riechkolben direkt an das limbische System geleitet. Das limbische System ist ein Teil unseres Gehirns, welcher für Gefühle, Motivation, Konzentration, Kreativität, Gedächtnis, Lernbereitschaft, vegetative Körperfunktionen und vieles mehr verantwortlich ist. Mit ätherischen Ölen können wir also direkten Einfluss auf unsere Gefühlswelt und unser Befinden nehmen.
Über die Nase werden die kleinen Duftstoffe der ätherischen Öle jedoch auch eingeatmet und gelangen über die Atemwege in den Blutkreislauf und somit in den Körper. Dies zeigt wiederum die psychisch / mentale sowie die körperliche Wirkung der ätherischen Öle auf den menschlichen Organismus.

Nasale Anwendungsmöglichkeiten:

Raumbeduftung (Duftlampe, Raumbeduftungsgerät): 3-6 Tropfen, 3x täglich ½ Stunde

Feuchtinhalation: 1 bis max. 2 Tropfen ätherisches Öl auf eine Schüssel mit heißem Wasser, Kopf darüber, ev. mit einem Handtuch schließen und tief einatmen. Tipp: 1 Tropfen Eukalyptusöl oder Fichtennadel > wirkt schleimlösend, befreit die Atemwege und wirkt Erkältungssymptomen entgegen.

Trockeninhalation: 1-2 Tropfen ätherisches Öl auf ein Taschentuch und bei Bedarf schnuppern (bei Stress, Prüfungsangst, Angstsituationen, Erkältungssymptomen, Kopfschmerzen, …) Tipp: Neroliöl wirkt beruhigend und stimmungserhellend, nimmt Nervosität und Angst in stressreichen Situationen.

Jean-Pütz-Methode: bei drohender Erkältung 1 Tr. Eukalyptusöl auf ein Stückchen Papiertaschentuch geben, zu einem Kügelchen formen und über Nacht im Nasenloch lassen. Mit jedem Atemzug werden die befreienden, lindernden Düfte inhaliert.

Die Haut ist das größte Sinnesorgan des Menschen, besitzt Millionen von Rezeptoren und ein engmaschiges Geflecht aus Nerven. Sie dient als äußere Schutzhülle des gesamten Organismus und macht von außen eindringende Fremdstoffe unschädlich.
Ätherische Öle können auf Grund ihrer molekularen Struktur von der Haut aufgenommen werden, in den menschlichen Stoffwechselvorgang gelangen und so ihre Wirkung entfalten. Eine besonders beliebte Anwendung ist die Aromamassage. Dabei werden die ätherischen Öle in einem Pflanzenöl, auch Basisöl oder Pflanzenöl genannt, gemischt und in fließenden Bewegungen auf die Haut aufgetragen. Es ist möglich den gesamten Körper zu massieren oder nur eine Teilmassage (Arm, Rücken, Bein, Fuß, …) zu genießen. Die Aromamassage im heutigen Sinne verdanken wir der Pionierin Marguerite Maury. Sie entwickelte die Aromamassage nachdem sie festgestellt hatte, dass Aromen eine überaus stärkende und heilende Wirkung auf den Menschen haben.
Es gibt noch weitere Anwendungsmöglichkeiten ätherischer Öle über die Haut – Bäder, Kompressen und Einreibungen zählen ebenfalls zu den perkutanen Anwendungen.

Anwendungsmöglichkeiten über die Haut:

Massage: Erwachsene 3-10% in fettem Öl.

Vollbad: 5-10 Tropfen ätherisches Öl in Salz, Öl, Sahne

EMULGIEREN: ätherische Öle müssen emulgiert werden, wenn wir sie in Kombination mit Wasser anwenden wollen, da ätherische Öle nicht wasserlöslich sind. Natürliche Emulgatoren sind Sahne, Honig > für entspannende Bäder, 2-3 EL Salz für entschlackende, straffende und anregende Bäder

Fußbad: ca. 5-8 Tropfen auf 2 EL Meersalz Tipp: Salbeiöl wirkt kräftigend, anregend, antibakteriell, wirkt schlechtem Geruch entgegen und reguliert Transpiration.

Crème: 1-2% in Basis (Softcream & Bodylotion)

Shampoo: 2% auf Shampoobasis

Sicherheit im Umgang mit ätherischen Ölen

  • Qualität beachten!!! Bitte kaufen Sie nur 100% naturreines ätherisches Öl – andere Bezeichnungen können irreführend sein und synthetische Inhaltsstoffe beinhalten.
  • Allergietest: Besonders bei sehr empfindlichen Personen am Unterarm die Verträglichkeit testen.
  • Ätherische Öle dürfen (mit wenigen Ausnahmen) nicht pur angewendet werden, sondern müssen verdünnt werden.
  • Ätherische Öle werden von Anfängern und Laien niemals oral eingenommen, sondern nur äußerlich aufgetragen.
  • Halten Sie sich an die angegebenen Dosierungen und an die in der Fachliteratur empfohlenen Anwendungen.
  • Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Aromafachberater – wir sind gerne für Sie da!